Mein Alltag

Am Sonntag hab ich extra zwei schöne Artikel vorbereitet, die WordPress aber irgendwie verbaselt hat, warum auch immer. Deshalb jetzt etwas kürzer etwas darüber, wie ein Arbeitstag bei mir so aussieht.

Erstmal vielen Dank für eure Kommentare! Ich geh mal kurz darauf ein.
Nein, ich plane keine Karriere als Buchautor! Aber danke für das Kompliment 🙂
Ja, es gibt hier Nutella zu kaufen! Ich lass mir doch kein Essen schicken 0_o Hier wird gerne süß gegessen, deshalb ist das genau das richtige. Es gibt in der ganzen Stadt nur zwei oder drei Läden, in denen man “normales” Brot kaufen kann, ansonsten ist das Brot an sich schon süß. Und ich schmier dann Nutella drauf, ist auch irgendwie widersinnig 😉
Nein, einen chinesischen Namen habe ich nicht, obwohl die Leute hier ziemliche Schwierigkeiten mit meinem Namen haben. Ein neuer Spitzname ist deshalb auch “Your Highness” 😉 Umgekehrt haben in der Firma alle englische oder deutsche Namen, und die Taiwaner sprechen sich untereinander auch mit den Name an. Im Chinesischen enden alle Wörter auf Vokalen, -n oder -ng, deshalb klingen die Namen von denen ausgesprochen immer etwas lustiger. Dennis und Lucas haben dann drei Silben (De-nni-s und Lu-ca-s, das s wird ähnlich der vier ausgesprochen), Eric wird zu E-ri-ca (und ich auch schonmal zu Johanna).

Nun aber zu meinem Alltag. Ein normaler Tag fängt bei mir um 6 Uhr an, der Wecker möchte gestillt werden. Nach dem Duschen und Frühstücken geht es dann gegen 6.45 zur Bushaltestelle. Weil in Taiwan alle Menschen so freundlich sind, erwartet der Bus, dass man ihm winkt, ansonsten fährt er vorbei. Wie in guten, alten Zeiten ist man dann mit einem Haufen Schüler im Bus, die aber im Gegensatz zu Deutschland recht friedlich und ruhig sind. Außerdem sind sie alle gleich gekleidet, in Taiwan gibt es halt Schuluniformen, in meinem Bus haben sogar alle die gleichen Umhängetaschen. Da der Bus ziemlich voll ist, muss ich stehen, und das tue ich ziemlich mittig im Bus, da ich nur da gerade stehen kann, die Stangen zum Festhalten sind etwa 40cm auseinander, da passt mein Kopf zwischen. Der Bus wirkt wie aus Weltkriegszeiten, oft ist der Hebel zum Öffnen und Schließen der Türen durch einen Kuli ersetzt. Aber es gibt in jedem Bus vorne eine LED-Anzeigetafel für den nächsten Halt, und zwar auf chinesisch und englisch; zusätzlich Durchsagen auf chinesisch, taiwanesisch und englisch. Und das Ganze GPS-gesteuert, man kann hier sogar abfragen. Außerdem sind für den Fahrer 8 Kameras nachgerüstet, mit denen er den Verkehr voll im Blick hat.

Nach 15-20 min Fahrt muss ich umsteigen. Diesmal muss ich zahlen (der erste Bus war kostenlos). Das funktioniert nicht etwa direkt mit Bargeld, prepaid. Man kauft sich z.B. beim 7-eleven (die gibt’s hier wie Sand am Meer, durchschnittlich einen pro 6200 Einwohner) eine Karte und “läd” halt ne bestimmte Menge Geld drauf. Beim Einsteigen hält man die Karte dann vor son kleines Gerät, es piepst einmal. Beim Aussteigen das gleiche, nur dass es zweimal piepst und ein bisschen Geld weniger auf der Karte ist. Hat man keine Karte, bekommt man beim Einsteigen eine, die man beim Aussteigen zusammen mit dem passenden Betrag wieder abgeben muss.

Endlich an der Endhaltestelle angekommen, muss ich dann noch knapp 10 Minuten laufen, bis ich im Büro bin. Es ist jetzt ungefähr 8 Uhr. Gearbeitet wird bis Punkt 12, da lassen die Taiwaner alles stehen und liegen und gehen in die Mittagspause; die Deutschen machen dann auch nicht mehr viel länger. Ab geht’s in ein Restaurant (oder wahlweise auch zu 7-eleven, da gibts auch ganz annehmbares Essen). Eine Mahlzeit kostet so zwischen 75 cent für ne kleine Portion Nudeln mit etwas Hack drin (sehr lecker und man wird durchaus satt) bis hin zu 2,75€ für Nudeln mit etwas mehr Schnick-Schnack in nem schicken Restaurant.

Um 1 geht die Arbeit weiter, so zwischen 5 und halb 6 mache ich mich dann auf zur Rückreise. Diesmal ist mehr los auf den Straßen, deshalb braucht der Bus nen bisschen länger, Rekord waren zwei Stunden, meistens bin ich aber zwischen 18:40 und 19:10 da. Dann esse ich noch ne Kleinigkeit, gehe vielleicht in den Supermarkt um die Ecke, Surfe nen bisschen im Netz oder was man halt noch so macht. Zwischen halb 9 und 9 leg ich mich dann mit nem Buch in’s Bett und lese etwas über die Kultur Taiwan’s oder lerne chinesische Vokabeln, aber nicht mehr lange, weil mir die Augen bald zufallen. Die ganze Umstellung schlaucht doch ziemlich.

Und da es nun schon wieder ziemlich spät ist, komme ich langsam mal zum Ende. Von der Arbeit und den Kollegen erzähle ich demnächst (hoffentlich) mal mehr, soviel vorweg: Die Kollegen sind total super und auch die Arbeit macht sehr viel Spaß! Ein Kollege sucht übrigens noch ne Idee, wie er seiner Freundin nen Antrag machen kann, also falls ihr da nen guten Tipp habt, meldet euch 😉 Nen anderen will im kommenden Sommer ne Europareise machen. Habt ihr noch Geheimtipps?

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3 Responses to Mein Alltag

  1. Kalle says:

    Moin jo,
    also der absolute MEGA GEHEIMTIPP für eine Europareise ist ja absolut Aachen. 😉

    LG
    Kalle

    PS: Es freut mich sehr, dass es dir dort gefällt. So lässt es sich dann ja auch entspannter arbeiten. Aber vergisse die Leute aus Aachen nicht. 😉

  2. Martin says:

    mole mehr infos^^ :))
    online bist auch nie…

    Wünsch dir frohe Weihnachten. Hoffe du hast auch was zum auspacken?

    lg

  3. Monika says:

    Hallo Johannes,
    Habe mit großem Interesse, hier gelesen.
    Ich wünsche Dir, zum neuen Jahr…..
    Gesundheit, Kraft, Freude und einen gut geführten “Weg”.
    liebe Grüße Monika

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